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23
Okt
Jack Wolfskin einsichtig: Der Wolf gibt sich ganz zahm
posted by Imke Hans

Nachdem wir gestern über den Streit zwischen Jack Wolfskin und DaWanda berichtet haben, gibt es heute ein Update. Der Konzern, der in seiner letzten Pressemitteilung noch die Muskeln hat spielen lassen, hat inzwischen den Rückzug beschlossen. Er wird den abgemahnten Heimwerkern und Handarbeitern ihre Kosten nun doch erlassen.

Die äußerst heftige Kritikwelle, die seit Bekanntgabe des harten Vorgehens von Jack Wolfskin (nicht nur) durchs Netz gerollt ist, veranlasste den Outdoor-Giganten zu diesem Umschwung. Dies scheint die einzig richtige Entscheidung zu sein; in Zukunft wird man Vorgehensweisen und Maßnahmen in solchen Fällen sicherlich sehr viel vorsichtiger prüfen.

David gegen Goliath: 2:0, der Wolf leckt seine Wunden – aber ob der Rückzug den Image-Schaden, der durch dieses PR-Desaster entstanden ist, wieder gutmachen kann?

Fotoquelle: mape s, flickr

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22
Okt
Der Wolf geht um: Er reißt die ganz Kleinen
posted by Imke Hans

Immer härter wird gegen Marken-Piraterie vorgegangen, meist im Ausland, inzwischen aber auch im Inland – so geschehen auf der Internetplattform DaWanda. Auf dieser Seite können Handarbeitsbegeisterte ihre Waren feilbieten, von selbstgehäkelten Mützen und Handy-Taschen im Eigendesign zu den (Roh-)Stoffen gibt es hier alles mögliche.

Doch gerade gibt es Missstimmung im Werkelparadies. Zahlreiche  Nadel-Künstler haben in der letzten Zeit eine Abmahnung bekommen, zwischen 850€ und 1000€ kostet ein Vergehen (Quelle: Spiegel Online), dessen sich keiner wirklich bewusst ist. Der Kläger: Die Outdoor-Marke Jack Wolfskin.

Der Markengigant mit seiner pfotenbestickten Freizeitkleidung legt sich mit handarbeitenden Kleinverdienern an. Jack Wolfskin hat Angst, seine Marke könne durch bestickte Taschenspiegel und gefilzte Handtäschchen verwässert werden. Natürlich hätte man auch einfach darum bitten können, die Ware von der Plattform zu entfernen. Ohne Abmahnung. Aber der Gigant lässt die Muskeln spielen – die Kosten sind schließlich immerhin noch kleiner als bei einem tatsächlichen Prozess.

Die Handarbeitergilde indes schreckt die hohen Kosten eines Gerichtsverfahrens tatsächlich ab, zumal der Outdoor-Riese wesentlich mehr finanzielle Kraft hat. Klingt ein bisschen wie mit Spatzen auf Kanonen schießen? David gegen Goliath? Stimmt ganz genau.

Ähnlich dem Mythos sehen die Kleinanbieter auch hier keine Chance gegen den Riesen, zumindest nicht in der offenen Konfrontation am Oberlandesgericht. Stattdessen sieht sich Jack Wolfskin einem Problem gegenübergestellt, mit dem die Marke in diesem Ausmaß nicht gerechnet haben kann: Die Internetcommunity ist zutiefst entzürnt ob dieser Absudität!

“.. augen auf liebe katzen- und hundeprodukte- hersteller! bei euch wimmelt es nur so von pfoten! …. DER WOLF GEHT UM!!!” schreibt beispielsweise astrid im DaWanda Blog.

Bei Spiegel Online kann man vom Blogger Benjovi lesen

“Ganz einfach: Diese Sorte von Abmahnartisten gehen mir persönlich massiv gegen den Strich und die einzig logische Konsequenz für mich ist: Von dieser Marke werde ich niemals wieder auch nur das kleinste Teil kaufen! [...] Mit Volldampf im Zweifel gegen die Kleinen und allen erdenkbaren Tricks (”Verjährung”) im Zweifel für die Großen!”

Die überwältigende Mehrheit der virtuellen Meinung geht in genau diese Richtung. Immer wieder aufgegriffen wird auch die Tatsache, dass Jack Wolfskin mehrfach gegen die “tazprozessiert hat. Diese hat das Logo im Übrigen Jahre vor Wolfskin entworfen, die Rechte aber nicht geschützt.

Was denken Sie: Stellt sich da überhaupt noch die Frage, ob Markenverwässerung durch selbstgemacht Stickmuster das größere Problem wäre?


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